Tutorial - DRI (Dynamic Range Increase)
DRI (Dynamic Range Increase) bedeutet frei übersetzt die Steigerung des Kontrastumfanges eines Bildes. Dieses Verfahren nützlich, um überstrahlte Lampen, angestrahlte Flächen oder einen zu hellen Himmel auszugleichen oder zu unterdrücken.
von Maria Buchholz
DRI unterscheidet sich insofern vom HDR (High Dynamic Range), als dass nicht der komplette Kontrastumfang erreicht wird. Normale Kameras nehmen nicht genügend Helligkeitsstufen auf, um die natürliche Szene konkret abzubilden. Bei einem HDR werden diese Helligkeitsstufen aus mehreren Bildern so erhöht, dass es der Natur möglichst nahe kommt. Bei einem DRI wird dies nicht erreicht, sondern nur die Lichter durch dunklere Bildbereiche manuell ersetzt. Durch eine HDR-Bearbeitungen wirkt das Bild teilweise, als würde ein Grauschleier darüber liegen. Deshalb bietet sich bei Bildern, die größtenteils richtig belichtet sind und nur einige überstrahlten Bereiche zeigen, eine DRI-Bearbeitung eher an.
Vor allem bei Außenaufnahmen von Landschaften oder Gebäuden kommt es oft vor, dass der Himmel keinerlei Zeichnung mehr besitzt. Diese kannst du aber durch die DRI-Bearbeitung wiederherstellen.
Hierbei sollte man es, wie bei vielen Bearbeitungstechniken, nicht übertreiben. Wenn ein Bild einen höheren Kontrastumfang als das menschliche Auge hat (wenn man z.B. die Glübirnen in den Lampen sehen kann), wirkt ein Foto unnatürlich. Eine gute Bearbeitung ist eine Bearbeitung, die man nicht auf den ersten Blick sieht.
Die meisten Arbeitsschritte wiederholen sich während der Bearbeitung, weshalb sie im folgenden Turorial nur einmal erklärt sind.
Schritt 1: Die Aufnahmen
Für ein DRI brauchst du zuerst eine Belichtungsreihe, d.h. eine Bilderreihe mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, von unterbelichtet bis hin zu überbelichtet. Die Anzahl der Aufnahmen ist dabei dir selbst überlassen. Je mehr du machst, desto genauer wird das Ergebnis, allerdings werden die Dateien dann sehr groß.
Allgemein gilt aber, ein stabiles Stativ zu benutzen und während des Fotografierens die Kamera- und vor allem die Objektiveinstellung nicht zu verändern. Sonst hast du im Nachhinein Probleme mit Verschiebungen und Perspektiven. Am besten arbeitest du mit einem Fernauslöser.
Schritt 2: Bearbeitung in Photoshop
Hier gibt es zwei verschiedene Varianten. Entweder öffnest du alle Bilder der Belichtungsreihe gleichzeitig oder nacheinander. Für mich ist Ersteres übersichtlicher, aber da hat jeder eine andere Vorliebe.
Phase a: Zuerst wählst du das Bild mit der längsten Belichtungszeit. Unten rechts findet sich ein Symbol, das wie ein Ordner aussieht. Hiermit erstellst du eine neue Ebenengruppe, die später zur Übersichtlichkeit und für einen vorher-nachher-Vergleich dient. Diese kannst du nennen, wie du möchtest.
Phase b: Als nächsten Arbeitsschritt nimmst du das Bild mit der zweilängsten Belichtungszeit. wählst mit Strg-A das gesamte Foto aus und kopierst es (Strg-C). Anschließend fügst du es mit Strg-V in das erste Bild ein. Achte hierbei darauf, dass vor dem Einfügen die Gruppe angewählt ist, damit das zweite Bild dort landet. Es wird nun als "Ebene 1" innerhalb der Gruppe angezeigt und liegt komplett über dem ersten Bild.
Phase c: Während diese Ebene 1 angewählt ist, klickst du auf "Auswahl" und "Farbbereich". Hier kann man die Auswahl auf verschiedene Bildbereiche beschränken. Für das DRI wählst du in der Auswahl "Lichter" Es erscheint ein Schema, bei dem du erkennst, welche Lichter zur Auswahl gehören. Klicke nun auf "OK".
Jetzt siehst du eine gestrichelte Linie um all die Lichter, die ausgewählt sind.
Phase d: Um die restlichen Bildbereiche zu entfernen, klicke unten rechts im Ebenenfenster auf "Ebenenmaske". Nun liegen nur noch die Lichter der Ebene 1 über dem ersten Bild. Allerdings sind die Ränder noch sehr deutlich zu erkennen.Hier hilft der Gaußsche Weichzeichner weiter.
Phase e: Hierfür ist es wichtig, dass die Ebenenmaske der Ebene 1 angewählt ist, da nur auf sie der Weichzeichner angewendet werden soll.
Klicke hierfür in der oberen Leiste auf "Filter" , "Weichzeichnungsfilter" und "Gaußscher Weichzeichner". Die Stärke des Weichzeichners musst du individuell einstellen, da je nach Unterschied der Belichtungszeiten der beiden Bilder ein anderer Rand entsteht. Am besten schiebst du den Regler ein wenig hin und her, um zu sehen, welches Ergebnis dir am besten gefällt.
Phase f: So verfährst du auch mit den anderen Bildern deiner Belichtungsreihe. Dadurch werden die Licher nach und nach dunkler und weniger überstrahlt. Wenn du nun die gesamte Gruppe ein- und ausblendest, sieht du genau den Unterschied zwischen dem Bild vorher und der DRI-Bearbeitung. Durch eine nachträgliche Bearbeitung in den Bereichen Tonwertkorraktur und Tiefen/Lichter lassen sich außerdem noch eine Menge Bildinformationen wiederherstellen.Der Sensor deiner Kamera speichert mehr, als du sehen kannst, d.h. Flächen, die weiß erscheinen besitzen unter Umständen noch Zeichnung (Informationen, Bildinhalt), den du durch die Bearbeitung wieder sichtbar machen kannst.
Weitere DRI-Bilder:

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Tags:
dri, tutorial, Dynamic Range Increase, photoshop
Maria.Buchholz (sagte vor mehr als 1 Jahr)
Ich hab's zwar noch nicht ausprobiert, aber ich denke, mit Gimp lässt sich das auch machen. Ist halt ein freies Programm und relativ ähnlich.